Plasmodien
Die Verbreitungsgebiete der Malaria liegen hauptsächlich zwischen dem 40. nördlichen und 30. südlichen Breitengrad. Doch kommen Überträgermücken auch bis zu 10 Grad weiter südlich und 5 Grad weiter nördlich vor. Die Malariaerkrankung gewinnt bei Fernreisen in die Tropen und Subtropen zunehmend an Bedeutung.
Eine durch Mücken übertragbare Erkrankung, wobei das Stichrisiko in Dämmerungszeiten deutlich erhöht ist.
6 - 40 Tage. Die Inkubationszeiten und die Intensität der Erkrankung können bei allen Formen der Malaria durch eine unzureichende Chemoprophylaxe, inadäquate Behandlungsmaßnahmen oder eine Teilimmunität und genetische Resistenzfaktoren variieren.
Es wird zwischen Malaria tertiana, Malaria quartana und Malaria tropica unterschieden. Der Malariaanfall beginnt meist mit Schüttelfrost und hohem Fieber bis 40°C, welches unter massiver Schweißneigung wieder abfällt. Je nach Art der Malaria können Erbrechen, Durchfälle, Kopfschmerzen und Kreislaufkollaps hinzukommen. Bedrohliche Komplikationen sind die Verlegung der Gefäße des Gehirns, der Nieren und der Lunge.
Die Therapie der akuten Malaria erfolgt in der Regel stationär. Die Möglichkeit einer intensiv medizinischen Behandlung sollte gegeben sein.
Der sicherste, beste und nebenwirkungsfreieste Schutz vor Malaria ist das Vermeiden des Moskitostiches. Neben dem Schutz vor Überträgermücken (Repellentien, Moskitonetz, Bekleidung mit langen Hosen, langen Ärmeln), der ja auch anderen Erkrankungen vorbeugt, ist oft eine medikamentöse Vorbeugung angezeigt.Das Prinzip der meisten Malariamittel beruht auf der Wirkung gegen eine späte Entwicklungsform der Parasiten im Blut. Das bedeutet, daß die frühen Entwicklungsstufen nach Infektion im Körper vollkommen ungestört verlaufen und daß erst die eigentliche Blutinfektion beeinflußt wird. Ohne ausreichenden Wirkstoffspiegel im Blut bleibt somit jede Hoffnung auf Schutz bei einer Malaria von vornherein reines Wunschdenken.
Prophylaktika müssen rechtzeitig, regelmäßig und regelrecht (ausreichende Dosierung je nach Präparat für bis zu 4 Wochen nach der Reise) eingenommen werden.
Die Einnahme von Mefloquin führt beim Fliegenden Personal (Cockpit) wegen der Gefahr zentralnervöser Störungen zur zeitweiligen Fluguntauglichkeit. Grundsätzlich kann auch bei Personen mit verantwortungsvoller Tätigkeit und mit Anforderungen an die räumliche Orientierung und Feinmotorik eine Prophylaxe mit Mefloquin problematisch sein.
Das trifft ebenso zu auf Gerätetaucher, Waffenträger, Fahrpersonal, Monteure und bestimmte Sportarten. Beeinträchtigungen können bis zu 3 Wochen nach der letzten Einnahme auftreten, d.h. auch nach der Rückkehr von der Reise zu Hause und im beruflichen Alltag. Unter Mefloquinprophylaxe sollte eine Schwangerschaft für die nächsten 3 Monate ausgeschlossen werden. Wegen einer evtl. erforderlichen Behandlung besteht bei Schwangeren eine ziemliche Kontraindikation für Reisen in Malariagebiete, da möglicherweise fruchtschädigende Medikamente verordnet werden müßten.
Es sollte nicht vergessen werden, daß Prophylaxeschemata eine gewisse Allgemeingültigkeit aufweisen und deshalb Einzelfällen nicht immer gerecht werden können. Es sind immer auch die Umstände eines Aufenthaltes wie Dauer, Zweck, lokale Gegebenheit u.ä. ins Risikokalkül einzubeziehen. So kann in städtischen Gebieten, in Höhen über 2000 m oder zu bestimmten Jahreszeiten in einer sonst hochgefährdeten Malariaregion das Risiko sehr gering sein.
Die medikamentöse Malariaprophylaxe mit Malarone beginnt 1 Tag vor Ankunft im Zielgebiet und wird bis 7 Tage nach der Rückkehr fortgeführt.
Die Mefloquinprophylaxe sollte 2 - 3 Wochen vor Abreise beginnen, um mögliche Nebenwirkungen vorab erfassen zu können.
Malariaprophylaxe allgemein nicht auf nüchternen Magen einnehmen.
Im Zweifel sollte man sich bei reisemedizinisch erfahrenen Ärzten oder Institutionen erkundigen. Reisen von Schwangeren, kurz nach Geburt oder mit Kindern erfordern in jedem Fall erfahrene Beratung. Beruflich Reisende sind vor Ausreise und nach der Rückkehr durch einen nach G35 ermächtigten Arbeitsmediziner zu beraten und ggf. zu untersuchen.
Eine Malaria kann trotz aller Vorsichtsmaßnahmen und medikamentöser Prophylaxe auch noch Monate nach Rückkehr ausbrechen.