Ratschläge zur Vermeidung von Reisekrankheiten

Sie stehen kurz vor Ihrem Urlaub oder müssen schnell mal beruflich ins Ausland?

Sie sollten bedenken, dass jedes Jahr zwischen 20 - 80% aller Reisenden an Durchfall erkranken. Die überaus lästigen Beeinträchtigungen dauern in der Regel zwischen 3 bis 7 Tage, in manchen Fällen bis zu 4 Wochen. Gerade in fernen Ländern ist die Gefahr groß, Krankheiten zu bekommen, die begünstigt werden u.a. durch Klima und Temperatur, aber auch durch das nicht angepasste und vernünftige hygienische Verhalten der Reisenden.

Allgemeine Ratschläge

  • Die Vorbereitung der Reise muss immer einen Besuch beim Betriebsarzt einschließen, der Sie bezüglich Vorsichtsmaßnahmen wie Impfungen, Tabletten (z.B. gegen Malaria), Reiseapotheke und natürlich Hygienemaßnahmen beraten wird.
  • Denken Sie bei der Zusammensetzung Ihrer Reiseapotheke unter anderem an folgendes: Mittel gegen Durchfall, Magenbeschwerden und Reisekrankheit, Verstopfung, Sonnenbrand, sowie Abwehrmittel gegen Mücken.
  • Informieren Sie sich am Zielort über aktuelle Besonderheiten.
  • Gewöhnen Sie sich langsam an das Klima und gehen Sie am Anfang nur kurz in die Sonne. Ein Schattenplatz sowie das Tragen von Kopfbedeckung ist immer von Vorteil. Benutzen Sie Sonnencreme mit einem Lichtschutzfaktor größer 20.
  • Eine häufige Ursache für Darmbeschwerden sind zu kalte Getränke. Muten Sie deshalb Ihrem erhitzten Körper besonders an heißen Tagen keine eiskalten Getränke zu. Gerade die "All inclusive-Angebote" verführen zum allumfassenden Konsum.

 

Lebensmittel

Oberstes Gebot in fernen Ländern ist das alte Gesetz: Cook it, boil it, peel it or forget it (koch es, brat' es, schäl' es oder vergiss es). Warum gerade diese Verhaltensweise von großer Bedeutung ist, liegt in der Tatsache begründet, dass die Trinkwasserqualität in vielen Ländern nicht der in Mitteleuropa entspricht. Zudem begünstigen die oftmals hohen Temperaturen, verbunden mit einer hohen Luftfeuchtigkeit, das Wachstum von Mikroorganismen und damit leider auch von Krankheitserregern auf der Oberfläche der Lebensmittel. Was liegt daher näher als durch Kochen, Braten oder Schälen den hohen Gehalt an möglichen Krankheitserregern auf ein Maß zu reduzieren, welches gesundheitlich unbedenklich ist.


Was müssen Sie unbedingt beachten?


Obst:

Nur geschält genießen und wenn möglich selber schälen. Vorgeschnittenes (z.B. Obstsalat) und bereits abgepacktes Obst möglichst meiden (peel it yourself).


Rohe Lebensmittel:

Wie z.B. Fleisch, Meeresfrüchte oder Gemüse meiden. Sie sollten nur in durchgebratenem oder gekochten Zustand verzehrt werden (cook it).


Fische:

In den Tropen können mache Fische, obwohl gegart, giftig sein. Deshalb keine selbst geangelten Fische ohne ausreichende Artenkenntnis verzehren (forget it).


Wasser:

Nur abgekocht oder aus Flaschen mit versiegeltem Originalverschluß verwenden. Auch zum Zähneputzen so verfahren. Wasser aus der Wasserleitung kann verunreinigt sein, deshalb Wasser immer kurz aufkochen und anschließend abkühlen lassen (boil it).


Getränke:

Jeglicher Art nur aus versiegelten Flaschen oder Dosen bzw. erhitzte Getränke (z.B. Tee, Kaffee) trinken. Bei direktem Konsum aus der Flasche oder Dose sollte der mit dem Mund in Kontakt kommende Bereich gereinigt und getrocknet werden.


Eiswürfel:

Grundsätzlich und immer verzichten (forget it).

 

Kühlpflichtige Produkte:

Wie z.B. Milch, Milchprodukte, vorgepresste Säfte oder nicht angemachte, vorgeschnittene Salate weitgehend meiden.

 

Tiefkühlprodukte:

Meiden, da die Kühlkette sehr oft unterbrochen wird.

 

Speiseeis:

Nur industriell hergestelltes genießen, aber die Kühlkette kann unterbrochen worden sein.

 

Backwaren:

Mit nicht durchgebackener Cremefüllung vermeiden.

 

Büffet:

Im Hotel oder Restaurant mit aller Vorsicht genießen. Kühlpflichtige Produkte stehen oft sehr lange ungekühlt oder nicht ausreichend gekühlt. Beim heißen Büffet ist die Heißhaltetemperatur oft nicht gewährleistet. Heiße Speisen müssen heiß sein, kalte Speisen kalt.

 

Auf Ausflügen:

Sollten alle rohen und kühlpflichtigen Nahrungsmittel gemieden werden. Trockenprodukte oder fermentierte Produkte wie Hartkäse oder Salami sind zu bevorzugen.

Kleidung

In den Tropen sind lange Hosen, langärmlige Hemden oder Blusen aus Baumwolle zu bevorzugen. Socken und geschlossene Schuhe stellen ebenfalls ein Muss dar. Sie reduzieren einerseits die Übertragung von Tropenkrankheiten durch Mückenstiche (z.B. Malaria, Dengue-Fieber, etc.), andererseits reduzieren sie das Risiko, leichte Verletzungen wie Hautabschürfungen oder Hautrisse zu erleiden, die sich in diesen Regionen sehr schnell zu problematischen Entzündungen ausdehnen können. Zudem vermindern sie das Risiko mit Parasiten und giftigen Tieren direkt in Kontakt zu kommen. Diese Empfehlungen gelten sowohl bei Tag als auch bei Nacht (nachtaktive Mücke überträgt Malaria, tagaktive Mücke überträgt Dengue-Fieber). Eine Kopfbedeckung sollte ebenfalls immer getragen werden, um die direkte Sonneneinstrahlung zu reduzieren.

Baden in fremden Gewässern

Das Baden in tropischen Süßwässern sollte wegen der dort oftmals vorkommenden Bilharziose (u.a. in Afrika, Südamerika und Südostasien) unterlassen werden. Reiseleiter sind hier in der Regel keine hilfreiche Informationsquelle, da die meisten Erkrankungen erst nach Rückkehr in die Heimat auftreten. Auch sollte berücksichtigt werden, dass in vielen Ländern Abwässer und Fäkalien direkt in das Meer eingeleitet wird und somit die Gefahr von Erkrankungen (z.B. Cholera) nicht ausgeschlossen werden kann.

Tiere in fremden Ländern

Grundsätzlich sind alle Tiere, die man nicht kennt als gefährlich einzustufen. Hinzu kommt, dass auch bekannte Tiere wie Hunde und Katze in solchen Ländern oft z.B. an Tollwut erkrankt sind. Deshalb sollte der direkte Kontakt immer vermieden werden.

Gesund wieder zu Hause und die nächste Reise im Kopf bereits geplant?


Nach einer Tropenreise sollten Sie sich bei Fieber, anhaltenden Durchfällen und anderen unklaren Symptomen (auch Wochen oder lange Monate nach der Reise) oder nach besonderer Exposition gegenüber Tropenkrankheiten untersuchen lassen. Ihr Betriebsarzt hilft Ihnen dabei weiter. Denken Sie dabei auch an die Komplettierung von vor der Reise begonnener Impfungen für Ihren nächsten Auslandsaufenthalt. Freuen Sie sich auf Ihre nächste Reise. Lassen Sie sich nicht ängstigen. In anderen Ländern kommen andere Erkrankungen als hier vor. Deshalb ist eine Vorbereitung darauf für eine gelungene und gesunde zukünftige Reise erneut notwendig.

Reisemedizinische Beratung

Ihre Ansprechpartnerin

Julia Leier

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