Die Straße von Kasungu nach Mzuzu, einer bislang wenig besuchtenStadt im Norden des Landes, führt durch das hügelige Grasland derViphya-Hochebene. Weiter nördlich in der Nähe der Livingstonia-Mission gelangt man zum Livingstonia-Steilhang und zu den Manchewe-Wasserfällen inherrlicher Umgebung. In Livingstonia gibt es ein Museum. Die gesamteRegion ist in jüngster Zeit in der Besuchergunst gestiegen. Mzuzu hatein erstklassiges Hotel und verschiedene kleinere Einrichtungen undbietet sich als Ausgangspunkt für Fahrten zum Nyika-Nationalpark und zur Nkhata Bay an. Ein anderer Wildpark in dieser Region ist das wunderschöne Vwasa Marsh Game Reserve.
Der riesige Malawi-See erstreckt sich vom äußersten Nordostenbis nach Mangochi im Süden. Die Ufer des fast 24.000 qkm großen und 699m hoch gelegenen Sees sind überwiegend sandig, die erschlossenerenKüstenabschnitte sind größtenteils frei von Bilharziose-Erregern (s. Gesundheit).Krokodile sind an den Hauptbadeorten nicht anzutreffen. Es gibt keineGezeiten oder Strömungen. Die meisten Hotels stellen Boote zurVerfügung und ermöglichen ihren Gästen Wassersport wie Segeln, Fischen,Wasserskifahren und Surfen. Der Malawi-See ist ein Unterwasserparadiesfür Taucher. Er ist der artenreichste See der Welt.
Ausgezeichnete Strände laden auf der Insel Likomazum Baden ein, die auf einem Hügel stehende anglikanische Kathedraleist ebenfalls einen Besuch wert. Unterkünfte stehen hier nur begrenztzur Verfügung.
Den Malawi-See lernt man am besten auf einer Rundreise mit der Ilala II kennen, dem kleinen Linienschiff des Sees, das zwischen der Monkey Bay (nördlich des Club Makokola) und Karongaim Norden des Landes verkehrt. Auf der 1052 km langen Reise können sichBesucher die Binnenhäfen ansehen und den Ausblick auf dieGebirgslandschaft genießen. Die Monate von März bis Mai sind für eineSeerundfahrt am günstigsten. Abfahrt ist regelmäßig freitags, Rückkehram darauf folgenden Mittwoch. In der Hochsaison ist es aufgrund desgroßen Andrangs erforderlich, Kabinen auf der Ilala II im Voraus zu reservieren und zu bezahlen.
Kap Maclear in der Nähe der Monkey Bay liegt im Malawi-See-Nationalpark (s. Nationalparks). Ein Sandstrand und angenehme Wassertemperaturen laden zum Schwimmen ein. Die Nkhata Bay ist ruhig und abgelegen. Nkhotakota war früher Zentrum des Sklavenhandels im südlichen Afrika und ist eine der ältesten Marktstädte Afrikas.
Senga Bay 19 km von Salima entfernt liegt der größteBadeort der zentralen Region des Landes mit ausgezeichnetenUnterkunftsmöglichkeiten und Campingplätzen.
Die Lizard-Insel in der Nähe von Salima steht unter Naturschutz und beheimatet verschiedene Arten von Eidechsen und Adlern.
Westlich von Salima auf dem Weg zur neuen Hauptstadt Lilongwedurchquert man eine große fruchtbare Ebene. Lilongwe hat Zomba alsMalawis Hauptstadt abgelöst und liegt im Herzen des fruchtbarenAgrargebietes im Zentrum Malawis. Die moderne Stadt zeichnet sich durcheinfallsreiche Architektur und einer reizvollen Umgebung aus. Nördlichder Hauptstadt liegt der 2000 qkm große Kasungu-Nationalpark – ein riesiges Gebiet mit bewaldeten Hügeln und Grasland, das vielen Tierarten einen Lebensraum bietet (siehe unten).
Blantyre, das Geschäftszentrum der südlichen Region, wurde Endedes letzten Jahrhunderts gegründet. Es besteht eigentlich aus zweiStädten: Blantyre und Limbe, die ca. 7 km voneinander entfernt unddurch ein Industriegebiet getrennt sind. Auf halbem Weg zwischenBlantyre und Limbe, abseits der Hauptstraße, befindet sich das Nationalmuseum. Ausflüge können auch zur Kirche St. Michael and All Angels sowie zum Mandala House, dem ältesten europäischen Gebäude in Malawi, unternommen werden.
Südwestlich von Blantyre liegt Lengwe, der kleinste Nationalpark des Landes (siehe unten). 60 km nördlich von Blantyre liegt die Universitätsstadt Zomba, die einen ausgezeichneten Markt hat. Ein Abstecher zum Berg Zombamit seinen Wasserfällen, fischreichen Bächen, Fichtenschonungen undseltenen Orchideen lohnt sich. Seine Ausläufer umrahmen einen derschönsten Golfplätze Afrikas auf einem Gelände mit Bächen, kleinenWasserfällen, Bäumen und Felsformationen. In der Nähe kommt man an Chingwes Lochvorbei, das angeblich so tief ist, dass es nicht gemessen werden kann.Im Südosten erstrecken sich die weitläufigen Teeanbaugebiete, aus denensich das Mulanje-Massiv erhebt. Bei Sapitwa ragt einGipfel über 3000 m hoch auf. Mulanje bietet Touristen viel Abwechslung,man kann bergsteigen, wandern oder, weniger anstrengend, Forellenfischen. Wege und Feuerschneisen erschließen die meisten Regionen desMassivs. Gut gepflegte Waldhütten sind ideale Raststationen fürStreifzüge durch die umliegenden Wälder und Berge.
Malawi hat fünf große Nationalparks, die für Besucher geöffnet sind.
Der Nyika-Nationalpark ganzim Norden ist ganzjährig geöffnet. Der 2000-3000 m hoch gelegene Parkerstreckt sich über fast die gesamte Nyika-Hochebene. Rauschende Bäche,Nadelwälder, tiefe Täler und hügeliges Grasland sind charakteristischfür diese Region. Seltene Vögel, Schmetterlinge, Großwild undBlumenreichtum machen jeden Ausflug zum Erlebnis.
Chelinda Camp liegthoch oben am Rande eines Nadelwaldes. Von hier aus hat man einenherrlichen Blick über den Stausee. Unterkunft findet man in Häuschenmit offenem Kamin. Der Chowo Forest in der Nähe von Chelinda ist ideal für Wanderungen und einer der letzten noch erhaltenen Naturwälder des Parks.
Das Vwasa Marsh-Wildreservat liegt westlich von Mzuzu. Ein neues Camp mit Luxus-Hütten überschaut den Kazumi-See.Elefanten, Büffel, Nashörner und unzählige Vogelarten leben u. a. hierin ihrem natürlichen Habitat. Die Landschaft besteht zum Teil ausWäldern, offenem Grasland und Sumpfgebieten. Dieses Reservat ist einStück unberührter Natur.
Der Kasungu-Nationalpark ist ein ca.2000 qkm großes Waldgebiet im Nordwesten der mittleren Region. Er liegt112 km von Lilongwe entfernt. Hauptattraktion des Parks sind dieElefanten, die am frühen Morgen und gegen Abend erscheinen, um an den Dambos oderFlusskanälen zu trinken. Das Grasland dient den großen Büffelherden alsNahrung. Die scheuen Geparden, Leoparden und Löwen lassen sich nurselten blicken; Säbelantilopen, Zebras, Kudus und Rietböcke sinddagegen weit verbreitet. Kasungu ist in der Regel von Anfang Mai bisEnde Dezember geöffnet. Unterkunft finden Besucher in der Lifupa Wildlife Lodge, einem Hotelkomplex aus strohgedeckten Häuschen mit Restaurant, Schwimmbad, Tagescamp und einfachen sanitären Anlagen.
Der Lengwe-Nationalpark imäußersten Südwesten ist nur 130 qkm groß und das nördlichste Habitatder seltenen und scheuen Nyala-Antilope. Buschbock, Kudu, Hartebeest,Impala, Warzenschwein und Duiker sind hier ebenfalls anzutreffen. Inversteckten Beobachtungsständen können all diese Tiere aus nächsterNähe betrachtet werden. Begrenzte Unterkunftsmöglichkeiten sind im Lengwe Game Camp vorhanden.
Der Liwonde-Nationalpark erstrecktsich über die Ebenen des Shire Valley vom Malombe-See im Norden bis zumStadtgebiet Liwondes im Süden. In gemieteten Booten kann man durch dieSchilfsümpfe fahren und Flusspferde, Elefanten und Wasserböcke an derTränke beobachten. Auf Auto- oder Busfahrten sieht man Wald- undSteppentiere wie Säbelantilopen, Kudus, Duiker und Paviane. EinWasservogelschutzgebiet bietet Reihern, Enten, Gänsen, Eisvögeln undKormoranen Nistplätze. Der Park ist zwischen November und Maigeschlossen. Campingplätze und Kochgelegenheiten stehen im Mvuu Campzur Verfügung, das von Wilderness Safaris betrieben wird. DieEinrichtung eines Bootsverkehrs zwischen einem Hotel an der Südspitzedes Malawi-Sees und der Liwonde-Talsperre ist geplant. Nähere Auskünfteerteilt das Department of Tourism (s. Adressen).
Der 1980 gegründete Malawi-See-Nationalpark umfasstden südlichen und mittleren Teil des Sees. Tropische Fische sind hierdie Hauptattraktion. Landeinwärts findet man Klippspringer, Buschböckeund Vervet-Affen. Der Park ist ganzjährig geöffnet. Campingplätze sindvorhanden. Gute Unterkünfte bieten u. a. die Nkopola Lodge, der Club Makokola, das Mulangeri und das Palm Beach.
Nebenden Nationalparks gibt es eine Reihe weiterer Natur- undLandschaftsschutzgebiete, in denen zurzeit keineUnterkunftsmöglichkeiten für Besucher zur Verfügung stehen. Das ca. 65km nördlich von Lengwe gelegene Majete-Wildreservat istabgelegen und wenig erschlossen. Es bietet zahlreichen Tierarten einenLebensraum, u. a. Flusspferden, Elefanten und Großkatzen. Südöstlichvon Lengwe befindet sich das Mwabvi-Wildreservat, in dem schwarze Nashörner, Impalas, Zebras und Säbelantilopen in geringer Anzahl leben. Weitere Schutzgebiete sind das Nkhotakota-Wildreservat in der mittleren Region, Lizard Island bei Salima, das Lilongwe-Naturschutzgebiet in der Hauptstadt und der Michiru Mountain Park in der Nähe von Blantyre, ein Paradies für Vogelkundler.