KolumbienSicherheitshinweis vom Auswärtigen Amt:
Stand: 10.04.2012
Unverändert gültig seit: 02.03.2012
Aktuelle HinweiseDie außergewöhnlich schweren Regenfälle der letzten Monate führen vielerorts noch immer zu Beeinträchtigungen des Verkehrs durch Erdrutsche und Überschwemmungen. Aktuelle Hinweise kann vor Ort die kolumbianische Polizei erteilen. Bitte beachten Sie auch die örtliche Medienberichterstattung.Zur Zeit wird wegen gehäuftem Auftreten von Masern bei der Einreise über die Karibikstädte (u.a. Barranquilla, Cartagena, Sta. Marta) für Personen unter 39 ein Nachweis einer Masern-Impfung gefordert.
Vulkanische AktivitätenAm 25. August 2010 war der Vulkan Galeras im Departement Nariño unweit der Departements-Hauptstadt Pasto ausgebrochen. Anwohner wurden evakuiert. Zwar hat sich der Vulkan zwischenzeitlich wieder beruhigt, nach Behördenangaben besteht aber die Gefahr weiterer Ausbrüche (Warnstufe "Gelb III - Änderung der vulkanischen Aktivitäten.) Dieselbe Warnstufe wurde auch für die Vulkane Nevado de Huila sowie für die Vulkane Nevado de Ruiz und Cerro Machín verhängt.
Von Reisen zu den vorgenannten Vulkanen einschließlich Umgebung wird daher abgeraten. Den Hinweisen der örtlichen Sicherheitskräfte sollte unbedingt Folge geleistet werden.
Landesspezifische SicherheitshinweiseKriminalität/ Entführungen/ Terrorismus/ SicherheitDie Sicherheitslage in Kolumbien hat sich in den letzten fünf Jahren generell verbessert. Das Sicherheitsniveau in den meisten Metropolen (insbesondere in Bogotá) ist mit dem anderer lateinamerikanischer Großstädte durchaus vergleichbar. Dennoch hat es in jüngster Zeit wieder Anschläge der FARC in verschiedenen Regionen und Städten, auch in Bogotá, gegeben. Im Rahmen des Binnenkonflikts kommt es weiterhin zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen staatlichen Sicherheitskräften und illegalen Gewaltgruppen - hauptsächlich in entlegenen Landesteilen und vor allem im Süden des Landes.In der Regel gelten die größeren Anschläge und Angriffe staatlichen Einrichtungen. Anschläge der FARC auf zivile (touristische) Ziele sind daher nicht sehr wahrscheinlich, können allerdings auch nicht mit absoluter Sicherheit ausgeschlossen werden.
Das Auswärtige Amt rät gegenwärtig insbesondere von Reisen in die Grenzregion zu Venezuela, Ecuador, Peru und Panamá und in alle vom Binnenkonflikt und der Drogenökonomie (Anbau, Schmuggel) betroffenen Regionen ab. Dazu zählen insbesondere (aber nicht nur) die gesamte Pazifikküste, die Departements Chocó, Cauca, Putumayo, Nariño, Arauca, Córdoba, Caquetá und der Nordosten und Nordwesten des Departements Antioquia sowie der Süden des Landes Im Grenzgebiet zu Venezuela kann es zu Störungen der öffentlichen Sicherheit und Ordnung kommen. Mehrere Grenzübergänge wurden wiederholt gesperrt.
Es wird daher von Grenzübertritten nach Venezuela auf dem Landwege abgeraten.Wie in der Mehrzahl der lateinamerikanischen Staaten sind auch in Kolumbien landesweit die Kriminalitätsrate (insbesondere Straßendiebstähle und Wohnungseinbrüche) und die allgemeine Gewaltbereitschaft - im Vergleich zu Europa - sehr hoch. Hiervon sind auch Viertel der Hauptstadt Bogotá und Touristenzentren betroffen, in denen sich Ausländer üblicherweise bewegen.Hinzu kommen Gefahren durch Auseinandersetzungen bzw. Kampfhandlungen zwischen den Sicherheitskräften und den illegalen Gewaltgruppen in ländlichen Gebieten. Ferner besteht in Kolumbien weiterhin die
Gefahr von Entführungen durch die illegalen bewaffneten Gruppen und durch kriminelle Banden, die häufig auch Ausländer mitunter jahrelang als Geiseln festhalten, um Lösegeld zu erpressen oder politische Forderungen durchzusetzen.Die Gefahr, Opfer eines Verbrechens zu werden, kann durch Beachtung der üblichen Verhaltensregeln und Vorsichtsmaßnahmen sowie der nachfolgenden Hinweise gesenkt werden:
- Leisten Sie auf keinen Fall Widerstand, wenn es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu einem bewaffneten Überfall kommt.
- Achten Sie bei Menschenansammlungen wie z.B. in Einkaufzentren, auf Märkten, an Flughäfen oder Busbahnhöfen besonders gut auf Ihre Wertgegenstände und Ihr Gepäck.
- Vermeiden Sie bei Dunkelheit einsame Viertel und Straßen, Vorsicht ist nachts auch in der Altstadt von Bogotá angebracht. Seien Sie abseits der Touristenzentren nicht allein unterwegs, insbesondere wenn Sie keine Ortskenntnis besitzen.
- Vermeiden Sie einsame Haltestellen bei Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
- Auf Fahrten als Anhalter sollten Sie unbedingt verzichten. Auch sollten Anhalter grundsätzlich nie mitgenommen werden.
- Verzichten Sie auf auffälligen (auch Mode-)Schmuck und nehmen Sie Geld und Wertsachen nur im erforderlichen Umfang mit.
- Lassen Sie Ihr aufzugebendes Gepäck vor der Rückreise am Flughafen in Plastikfolie einschweißen – dies schützt vor Diebstählen aus Ihrem Gepäck und vor unbewusstem Drogenschmuggel. Verschlossene Koffer werden von den kolumbianischen Behörden bei Drogenverdacht aufgebrochen. Auch daher empfiehlt es sich, die Koffer am Flughafen unverschlossen mit Plastikfolie umwickeln zu lassen. Allerdings haben einige Fluglinien bei Flügen nach Europa oder in die USA in letzter Zeit die Mitnahme von eingeschweißten Koffern abgelehnt. Informieren Sie sich daher bitte bei Ihrer Fluggesellschaft.
- Verzichten Sie auf typische â€Rucksackreisen".
- Vorsicht an Geldautomaten: Ziehen Sie Geld möglichst nur tagsüber in Begleitung und achten Sie auf auffällige Personen in Ihrer unmittelbaren Umgebung.
- Wichtige Dokumente (Reisepass, Flugticket, etc.) sollten im Hotelsafe deponiert werden. Eine Passkopie sollten Sie aber immer bei sich führen. Es empfiehlt sich, einen Scan aller wichtigen Dokumente beispielsweise in einem E-Mail-Fach zu deponieren, um jederzeit darauf zugreifen zu können, falls die Originale abhanden kommen. Dies erleichtert die Neubeschaffung erheblich.
- Fahrzeuge sollten nur auf bewachten Parkplätzen abgestellt werden. Legen Sie keine Taschen etc. sichtbar auf die Autositze, sondern verstauen Sie diese unter den Sitzen oder im Kofferraum.
- Nehmen Sie möglichst keine Getränke, Esswaren, Süßigkeiten oder Zigaretten von Fremden an. Immer wieder wird berichtet, dass auf diesem Wege Opfern sog. "K.O.-Tropfen" wie Scopolamin oder ähnliche Mittel verabreicht werden.
- Lassen Sie Essen/Getränke im Restaurant nicht unbeaufsichtigt, wenn Sie deren späteren Verzehr noch beabsichtigen. Auch hier droht Gefahr durch sog. â€K.O.-Tropfen" wie Scopolamin oder ähnliche Mittel.
- Für Taxifahrten gilt unbedingt folgende Grundregel: Benutzen Sie stets den Telefonservice, um ein Taxi zu bestellen oder benutzen Sie autorisierte Taxis an den kenntlich gemachten autorisierte Taxiständen (i.d.R erkennen Sie diese am mit offizieller Kleidung kenntlich gemachten Personal, welches vor Abfahrt ihren Namen und die Nummer des Taxis notiert). Andernfalls laufen Sie Gefahr, Opfer einer Kurzzeitentführung zu werden, bei der die Täter in der Regel Kreditkarten samt PIN-Nummern abpressen, um an Geldautomaten Bargeld vom Konto des Opfers abzuheben.
Reisen über LandDie kolumbianischen Sicherheitsbehörden haben in den vergangenen fünf Jahren enorme logistische und personalintensive Anstrengungen unternommen, um die Sicherheit der Straßenverbindungen zwischen den wichtigsten Städten des Landes zu gewährleisten (insbesondere an den wichtigsten Feiertagen und an den Wochenenden werden die Hauptrouten gesichert). Die Hauptrouten zwischen den wichtigsten Städten des Landes können daher in der Regel befahren werden. Allerdings sollten auch diese Strecken nur tagsüber und möglichst an Wochenenden oder Feiertagen befahren werden. Ausflüge in der Umgebung von Bogotá und (mit Einschränkungen) in den Umgebungen anderer Städte sind ebenfalls möglich. Benutzen Sie möglichst unauffällige Fahrzeuge. Ein persönliches Restrisiko (Überfälle, Entführungen, hohe Zahl von Unfällen) kann allerdings nicht mit hundertprozentiger Sicherheit ausgeschlossen werden.Â
Von Nachtfahrten (auch mit Bussen) wird wegen der erhöhten Unfall- und Überfallgefahr im ganzen Land dringend abgeraten.Vor Überlandfahrten sollten unbedingt vor Reiseantritt die verfügbaren Sicherheitserkenntnisse der kolumbianischen Sicherheitsdienste oder anderer ortskundiger Stellen eingeholt und die Entscheidung über eine Fahrt nur nach sorgfältiger Prüfung des Sicherheitsrisikos getroffen werden.
Von der Benutzung des Landweges in entlegenen Gebieten, insbesondere in den vom Binnenkonflikt betroffenen Zonen, rät das Auswärtige Amt nach wie vor ab. Dazu zählen insbesondere (aber nicht nur) die Departamentos Putumayo, Chocó, Nariño und Arauca sowie die Grenzregionen – vor allem die Grenzregion zu Venezuela, Ecuador, Peru und Panama - und der Süden des Landes.Bezüglich vulkanischer Aktivitäten stellt das staatlich geologische Institut Ingeominas unterhttp://www.ingeominas.gov.co/Observatorios-Vulcanologicos.aspx Informationen zur Verfügung.
DrogenGelegentlich werden Touristen als unwissende "Drogenschmuggler" eingesetzt. Nehmen Sie daher kein Gepäck für Fremde mit und kontrollieren Sie ab und zu den Inhalt Ihres eigenen Gepäcks.Reisende und ihr Gepäck werden in Einzelfällen sehr genau kontrolliert. Passagiere werden gelegentlich stichprobenartig einer Röntgenkontrolle unterzogen. Ziel ist dabei die Überprüfung, ob Drogen im Körperinneren befördert werden.Sollte die Polizei Ihr Gepäck wegen Drogenverdachts durchsuchen, achten Sie darauf, dass ein unabhängiger Zeuge dabei ist. Wer wegen Drogenbesitzes verurteilt wird, muss mit hohen Strafen rechnen, die im kolumbianischen Strafvollzug verbracht werden müssen. Die Haftbedingungen sind wesentlich härter als in Deutschland.