Die österreichische Hauptstadt Wien (Internet:
www.wien.info) zählt als eigenes Bundesland und ist aufgrund ihrer Geschichte und geographischen Lage ein Knotenpunkt zwischen Ost- und Westeuropa. Wien ist die Stadt der Musik, Kunst und Kultur, aber auch Politik. Die Vereinten Nationen haben ihren zweiten europäischen Hauptsitz im Vienna International Center (UNO City) und die Organisation für Sicherheits und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) ist ebenfalls in Wien ansässig. Im Vienna International Center und im Austria Center Vienna finden regelmäßig internationale Kongresse und Konferenzen statt. Wien liegt im Nordosten Österreichs und ist vom Bundesland Niederösterreich umgeben. Die Donau fließt durch die nördlichen Vororte, der Donaukanal streift die Innenstadt. Wien ist in 23 Bezirke aufgeteilt. Das historische Stadtzentrum ist von der Ringstraße umgeben - an ihr entlang reihen sich viele von Wiens schönsten Prachtbauten.
Im 1. Bezirk, dem Stadtkern, wechseln sich moderne Glasfassaden eleganter Geschäfte mit verwinkelten, kopfsteingepflasterten Seitengassen, Barockpalästen, Jugendstilhäusern und wunderschönen Kirchen ab. Die bekanntesten Wiener Sehenswürdigkeiten liegen hier, wie die Hofburg, die Nationalbibliothek, ein Meisterwerk barocker Baukunst mit einem sehenswerten Globenmuseum und dem größten barocken Bibliothekssaal Europas, und die Stallungen der Spanischen Hofreitschule. In der
Hofreitschule führen die weltberühmten schneeweißen Lipizzaner-Hengste seit über 400 Jahren die Hohe Schule des Dressurreitens vor. Die
Hofburg (Internet: www.hofburg-wien.at) war bis 1918 die Residenz der Habsburger. Der große Gebäudekomplex besteht aus 18 Trakten, Höfen und 2600 Räumen und beherbergt heute die Nationalbibliothek, die Residenz des Bundespräsidenten, die originalen Amts- und Wohnräume von Kaiser Franz Joseph I. und Kaiserin Elisabeth (Sisi), die Reithalle der Hofreitschule, die Burgkapelle und eine Reihe von Museen, wie die
Albertina und das
Museum für Völkerkunde. Eine besondere Attraktion sind die Kaiser-Appartements und die Kronjuwelen in der Schatzkammer. Einige von Wiens bekanntesten Kaffeehäusern, wie das Hawelka, das Café Central, das Griensteidl, das Café Museum oder der Bräunerhof befinden sich ebenfalls im 1. Bezirk, sowie die teuersten Einkaufsstraßen der Stadt (Kärntnerstraße und Graben).
Den Mittelpunkt der Innenstadt bildet der
Stephansdom, auch liebevoll »Steffl« gennant, wohl das bekannteste Wahrzeichen Wiens. Bauarbeiten am Stephansdom begannen im 12. Jahrhundert, erst 1433 wurde die Kathedrale fertig gestellt.
Ein anderes Wiener Symbol ist das historische Riesenrad, das im Vergnügungspark Prater steht. Spuren der in Wien entstandenen Jugendstilepoche lassen sich noch überall in der Stadt finden. Ein klassischer Jugendstilbau ist das
Majolikahaus am Naschmarkt. Der herausragende Jugendstilarchitekt Otto Wagner schuf Gebäude wie die Postsparkasse oder die Stationen der Wiener Stadtbahn, der heutigen Linie U6.
Das
Hundertwasserhaus, ein Projekt des Wiener Künstlers Friedensreich Hundertwasser, ist eines der meist fotografierten Häuser in Wien.
Das
Schloss Schönbrunn (Internet: www.schoenbrunn.at) war einst die Sommerresidenz der Habsburger. Der goldgelbe Palast liegt inmitten eines herrlichen Parks, der mit Recht als ein Meisterwerke barocker Gartenarchitektur gilt. Im Park mit seinen geometrischen Alleen und meterhohen Hecken befindet sich unter anderem der älteste Zoo der Welt. Schloss und Park Schönbrunn wurden von der UNESCO als Weltkulturerbe eingestuft. Von der Gloriette, einem schneeweißen Triumphbogen, der auf einem Hügel hinter dem Schloss steht, hat man einen einmaligen Panoramablick über den Park bis hin zur Innenstadt.
In Wien gibt es eine Reihe von weltberühmten Museen. Das
Kunsthistorische Museum ist eines der besten Kunstmuseen Europas. Es beherbergt unter anderem die Kunstkammer und die Gemäldegalerie. In der Gemäldegalerie hängen Werke der Alten Meister wie Rembrandt, Dürer und Tizian, sowie die weltweit größte Brueghel-Sammlung. Direkt gegenüber dem Kunstmuseum steht das
Naturhistorische Museum. Hier ist die über 25.000 Jahre alte Venus von Willendorf zu sehen. Weitere Kunstmuseen der Stadt sind u.a. die
Akademie der Bildenden Künste, in der Werke von Hieronymus Bosch ausgestellt sind, das
Liechtenstein Museum sowie die
Österreichische Galerie im Belvedere, einem im 18. Jahrhundert erbauten Palast. Die Belvedere-Kunstsammlungen bieten einen Überblick österreichischer Kunst vom Mittelalter bis zum 20. Jahrhundert. Gustav Klimts Gemälde »Der Kuss« ist im Oberen Belvedere ausgestellt, zusammen mit weiteren Werken der Wiener Maler Egon Schiele und Oskar Kokoschka. Die
Albertina ist eine der bedeutendsten Graphik-Sammlungen der Welt. Das neue Konzept vereint das historische Palais mit einem modernen Museum. Aufgrund der Lichtempfindlichkeit der graphischen Objekte kann die Albertina keine permanente Schausammlung zeigen. Die Betreiber wollen vielmehr durch wechselnde Ausstellungen immer wieder neue Zusammenhänge präsentieren. Die bekanntesten Objekte der umfangreichen Bestände stammen von Michelangelo, Leonardo da Vinci, Dürer, Rembrandt, Rubens, Manet und Cezanne; Vertreter des 20. Jahrhunderts sind u. a. Schiele, Klimt, Kokoschka, Picasso, Robert Rauschenberg und Anselm Kiefer. Informationen zu aktuellen Ausstellungen sind auch auf der Website (Internet: www.albertina.at) zu finden.
Wien besitzt eine unvergleichlich reichhaltige Musiktradition. Berühmte Komponisten wie Johann Strauß, Mozart, Haydn, Franz Schubert, Johannes Brahms, Arnold Schönberg und Ludwig van Beethoven lebten und arbeiteten in der Stadt, Strauß komponierte hier die »Blaue Donau« und die Fledermaus-Operette. Die Theater und Opernhäuser der Stadt bieten Aufführungen von Weltrang, berühmt sind besonders das
Burgtheater und die
Wiener Staatsoper. Die Wiener Philharmoniker und die Wiener Sängerknaben sind ebenfalls weltweit bekannt.
Die Kulturkalender Wiens bietet das ganze Jahr über ein umfangreiches Programm an klassischen Musikaufführungen und Festveranstaltungen. Es gibt neun jährliche Musikfestivals, sowie zahlreiche Sonderveranstaltungen. Während der Wiener Festwochen im Mai/Juni wird ein breit gefächertes Programm mit Konzerten, Opernaufführungen und Theaterveranstaltungen angeboten. Jährlich findet das Donauinselfest, eines der größten Open-Air-Rockmusikfestivals Europas, statt. Die Wiener Ballsaison dauert von Neujahr bis zum Aschermittwoch, den krönenden Abschluss bildet jedes Jahr der international bekannte Opernball. Die Saison der Wiener Oper dauert von September bis Juni, Opernführungen, einschließlich der Bühne, werden im Juli und August regelmäßig, während der Saison nach Möglichkeit durchgeführt. Wer sich nach der Oper stärken möchte, kann dies im berühmten
Hotel Sacher tun, das gleich dahinter liegt. Die Viennale ist ein jährlich im Oktober stattfindendes internationales Filmfestival, mit Vorführungen sowohl in großen, modernen Kinosälen als auch in den für Wien typischen kleineren Filmtheatern, wie dem
Filmcasino, der
Urania, dem
Schikaneder, dem
Stadtkino oder dem
Votivkino.
Neben den berühmten Kaffeehäusern der Stadt, in denen Schriftsteller, Maler und Musiker verkehrten - die bekanntesten Cafés sind u.a. das
Café Central, in dem der russische Revolutionär Trotzki Schach spielte, das
Cafe Sperl oder das
Griensteidl - gibt es eine weitere Wiener Tradition, die
Heurigen-Lokale. Hier wird Wein der letzten Ernte ausgeschenkt, dazu gibt's auf Wunsch einen deftigen Imbiss, traditionell und ursprünglich in Form einer kalten Platte (nur die moderneren unter den Heurigen-Lokalen haben eine Lizenz, auch warme Speisen zu servieren). Inbegriff der »Heurigenseligkeit« ist das einstige Winzerdorf Grinzing, das mittlerweile zum Stadtgebiet gehört. Weniger bekannt aber umso uriger sind die Heurigen in den Wiener Vororten Sievering, Neustift und Stammersdorf.
Besichtigungen und Ausflüge: Die Kunstsammlung im Belvedere, die Burgkapelle der Hofburg, die Staatsoper, das Parlamentsgebäude, das Rathaus, das Burgtheater, die Universität und die Votiv-Kirche an der Ringstraße, außerdem der Stephansdom sowie die Karls- und Rupertskirche, das Augustinerkloster, die Kapuzinerkirche und die Kapuzinergruft, das Naturhistorische Museum, die Secession, das Österreichische Museum für Angewandte Kunst, das Kunst Haus Wien, das Museum für Moderne Kunst und das Uhrenmuseum. Künstlerhaus und Kunstforum organisieren regelmäßig große Ausstellungen. Interessierte sollten auch den Gedenkstätten von Mozart, Haydn, Beethoven, Schubert und Strauß sowie dem Freud-Museum einen Besuch abstatten.