Diese Region besteht aus der Hauptstadt
Lissabon, der
Estoriler Küste, der
Costa Azul und der
Costa Dourada im Süden. Die Millionenstadt Lissabon, rund 10 km von der Atlantikküste entfernt, ist eine Metropole mit interessantem Kultur- und Freizeitangebot. Im Süden liegt der Alentejo, im Norden die Costa de Prata und die Costa Verde. Die Estoriler Küste zieht sich von der Mündung des Tejo bis nach Ericeira am Atlantik hin. In der Umgebung von Lissabon gibt es lange Strände, landschaftlich schöne Fleckchen und sehenswerte Parkanlagen, Burgen und Paläste. An der Costa do Estoril herrscht eine kosmopolitische Atmosphäre mit einem Spielkasino, Restaurants, mehreren Nachtklubs und diversen Sport- und Einkaufsmöglichkeiten (Golf, Reiten, Wassersport).
Vila Franca ist eine Hochburg des Stierkampfs. Das Fischerdorf
Sesimbra ist ebenfalls einen Besuch wert. Das noch weniger bekannte Urlaubsgebiet
Costa Dourada hat schöne Sandstrände.
Lissabon (Internet:
www.atl-turismolisboa.pt): Die herrliche Lage macht diese bedeutende Kulturstadt Europas zu einem idealen Reiseziel. Paläste und weiße Wohnhäuser bedecken die sieben Hügel der portugiesischen Hauptstadt. Lissabon hat eine altmodische, stilvolle Atmosphäre und bezaubert durch das Nebeneinander grandioser Plätze und der dunklen, engen Gassen des alten maurischen Viertels. Lissabon liegt an der Mündung des
Tejo und hat einen der besten Naturhäfen auf der Iberischen Halbinsel. Eine imposante Hängebrücke überspannt auf 3 km Länge den träge dahinfließenden Fluss, zur Weltausstellung 1998 wurde eine zweite Brücke gebaut. Springbrunnen, üppige Gartenanlagen und mit Blumen übersäte Balkone sind typisch für diese freundliche Stadt, die man auch leicht zu Fuß erkunden kann. Die
Alfama (Altstadt) ist eines der interessantesten Viertel Lissabons und steht und neben dem
Bairro Alto (der Oberstadt) das einzige, das das Erdbeben im 18. Jahrhundert weitgehend unzerstört überstand. Einst lebten hier wohlhabende Bürger, danach war sie ein ärmeres Wohnviertel. Nach der Sanierung, die den Charme des Viertels erhalten hat, wohnen hier viele Künstler und wohlhabende Singles. In den zahlreichen kleinen Lokalen kann man den Klängen des
Fado lauschen, der meist von schwarz gekleideten Sängern zur Gitarrenbegleitung vorgetragen wird.
Einer der besten Ausgangspunkte für einen Stadtbummel ist das Kastell
São Jorge, das im 8. Jahrhundert hoch über der Stadt auf den Ruinen einer römischen Festung erbaut wurde und eine schöne Aussicht über Lissabon bietet. Hier trifft man sich zum Picknick oder isst eine Kleinigkeit im
Casa do Leão, dem Burgrestaurant. Der Weg hinunter in die Alfama führt an mittelalterlichen Häusern mit schmiedeeisernen Balkonen vorbei, gemütlichen kleinen Cafés und der hübschen Kirche von
Santa Luzia. Beeindruckend sind die Fayencekacheln (
Azulejos), die viele Häuserfassaden und Kirchen in der Altstadt verzieren. Die Geschichte dieser Kunst kann man im
Museu Nacional do Azulejo verfolgen, das in den Kreuzgängen der Kirche
Igreja da Madre de Deus untergebracht ist.
Viele alte Bauwerke haben sich auch im
Bairro Alto erhalten, einem Geschäftsviertel mit kleinen Läden und Büros. Dieser hochgelegene Stadtteil westlich der Innenstadt ist bekannt für seine guten Restaurants und die
Tascas, winzige Gaststuben, die nur aus einem Raum bestehen und Familienbetriebe sind. Das
Bairro Alto erreicht man am besten mit der Straßenbahn (zwei Linien fahren hinauf) oder mit dem Aufzug
Santa Justa, der Fahrgäste auch zu einer Aussichtsplattform mit Panoramablick bringt. Eine enge Eisenbrücke führt von dort zur Ruine einer Karmelitenkirche aus der Zeit der Renaissance. Eine der Hauptattraktionen des Bairro Alto ist der Botanische Garten,
Jardim Botânico, der 1873 eröffnet wurde.
Ebenfalls schön ist ein Besuch in der
Estufa Fria, einem Gewächshaus im
Parque Eduardo Septimo und der
Praça de Marquês de Pombal am Ende der Avenida da Liberdade.
Kunstfreunden wird das
Museu Calouste Gulbenkian ein Begriff sein, dessen Exponate der armenische Erdölmagnat Gulbenkian der Stadt stiftete. Es gibt zwei große Abteilungen für Kunst des Orients und des Okzidents. Gemälde der flämischen und niederländischen Schule von Rubens, Rembrandt und Hals finden sich ebenso wie Arbeiten der Impressionisten Renoir, Degas und Manet. Moderne portugiesische Kunst ist im
Centro de Arte Moderna vertreten. Unbedingt lohnenswert ist ein Besuch im
Museu Nacional de Arte Antiga, das über eine bedeutende Kollektion alter Gemälde verfügt. Weitere sehenswerte Museen liegen im Vorort Belém, etwa 8 km von der Innenstadt. Der
Torre de Belém (Belémer Turm) und das
Mosteiro dos Jerónimos (Hieronymus-Kloster) sind berühmte Wahrzeichen der Stadt. Das Kloster fasziniert vor allem durch seinen einmaligen Kreuzgang, einem der schönsten der Welt. In den alten Klostergebäuden sind das
Museu Nacional de Arqueologia e Etnologia (Archäologie und Ethnologie) und das
Museu da Marinha (Marinemuseum) untergebracht. Eines der interessantesten Museen Lissabons ist zweifelsohne das
Museu dos Coches (Wagenmuseum) im ehemaligen Marstall. Die prächtigen, überreich verzierten Kutschen suchen ihresgleichen.
Auf dem Weg in die
Baixa (Unter- bzw. Innenstadt) kommt man durch die Haupteinkaufsstraße
Rua Garrett mit ihren Straßencafés und Boutiquen. Das Kaffeehaus
Brasileira ist auch heute noch ein Künstlertreff. Sehenswert ist auch die Kirche
Nossa Senhora da Conceição Velha, deren Portal aus dem 16. Jahrhundert stammt. Der
Rossio, ein weiträumiger Platz, der auf drei Seiten von klassizistischen Gebäuden eingerahmt wird, ist voller Leben und das eigentliche Herz der Stadt. An seiner Nordseite steht das
Teatro Nacional, das Mitte des 19. Jahrhunderts erbaut wurde. Die von alten Bäumen gesäumte Prachtstraße Lissabons, die elegante
Avenida da Liberdade, wird oft mit der Champs-Elysées verglichen. Zahlreiche alte Bürgerhäuser, Straßenmaler und Straßencafés machen den besonderen Reiz dieses Boulevards aus.
Im Umkreis von Lissabon gibt es zahlreiche hübsche Badeorte und schöne Naherholungsgebiete, die sich auch für Tagesausflüge eignen (s. u.).
Die Badeorte Estoril und Cascais sind nur ein paar Kilometer von der Hauptstadt entfernt.
Estoril war einst exklusiver Urlaubsort der Reichen aus aller Welt. Heute hat sich die Stadt den Bedürfnissen des modernen Tourismus angepasst. Der hohe Standard der Hotels am herrlichen Tamariz-Strand ist jedoch erhalten geblieben, heutzutage stehen sie auch Gruppenreisenden zur Verfügung. Sportbegeisterte finden hier ganzjährig ideale Bedingungen. Vor allem Golf, Reiten und Tennis sind populär.
Cascais hat sich beinahe noch mehr verändert. Aus einem Fischerdorf mit menschenleeren Stränden ist ein belebter Urlaubsort mit Bars, Nachtklubs und preiswerten, aber erstklassigen Restaurants geworden.
Das Bergstädtchen
Sintra mit den malerischen
Monserrate-Gärten und einem Antiquitätenmarkt, der zweimal im Monat stattfindet, zählte schon viele berühmte Namen zu seinen Gästen. Die ca. 25 km von Lissabon entfernte einstige Sommerresidenz der portugiesischen Könige ist auf alle Fälle einen Abstecher wert; ebenso
Queluz mit dem von herrlichen Gartenanlagen umgebenen Rokokopalast, das Barockkloster von
Mafra (1717) und das Fischerdorf
Ericeira. Das Dorf
Colares ist für seinen Rotwein bekannt. Die farbenprächtigen Fischerboote von
Sesimbra sind ebenfalls sehenswert, hier gibt es ausgezeichnete Meeresfrüchte und gute Strände; oberhalb des Dorfes liegt eine alte maurische Burg. Zu erreichen ist das Fischerstädtchen von Lissabon aus in nur 30 Autominuten.
Tróia ist ein modernes Ferienzentrum auf einer Halbinsel in der Nähe der Hafenstadt Setúbal. Hier findet man ausgezeichnete Strände, Hotels, Restaurants, Supermärkte, Swimmingpools, Nachtklubs, einen Golfplatz und ein Wassersportzentrum.
Setúbal liegt 39 km südlich von Lissabon. Besuchenswert ist die idyllische Altstadt mit einer der schönsten Kirchen des Landes. In dem Dorf
Palmela steht eine mittelalterliche Burg (12. Jh.). Das alte Kloster ist heute eine
Pousada (s.
Unterkunft).