Nahrungsmittel und Getränke

"Vorsicht beim Essen" ist der generelle Rat für Fernreisende, da über 50 -80% aller Reisenden an Durchfallerkrankungen leiden. Dieser kann recht unangenehme Begleitsymptome haben und u.U. den Abbruch der Urlaubs- und Geschäftsreise oder der dienstlichen Tätigkeit nach sich ziehen. Bei Risikopersonen kann eine ernsthafte Darmerkrankung sogar tödlich verlaufen.

Auch gehören neben Durchfall speziell Typhus und Paratyphus, Poliomyelitis, Hepatitis A und Hepatitis E und verschiedene Parasitenerkrankungen zu den Infektionen, die man sich auf Reisen beim unachtsamen Essen und Trinken zuziehen kann. Kontaminierte Speisen und Getränke sind die häufigste Infektionsquelle. Die beste Schutzmaßnahme ist große Vorsicht bei der Wahl und Zubereitung von Speisen und Getränken. Das Aussehen der Nahrungsmittel bietet keinen Anhaltspunkt für ihre Gefährlichkeit bzw. Ungefährlichkeit.

Vorsicht beim Essen auf Reisen heißt: Man kann nicht immer dort essen, dann essen, das essen, wo man, wann man und was man essen möchte.

Als wichtigste individuelle Vorbeugungsmaßnahme sollte man stets von der Annahme ausgehen, daß nicht pasteurisierte Milch sowie ungekochte Nahrungsmittel - mit Ausnahme von Gemüse und Obstarten, die geschält oder enthülst werden können - wahrscheinlich kontaminiert und somit gesundheitsgefährdend sind. Bei gekochten Speisen sollte man sich auf Reisen vergewissern, daß sie gut gegart und frisch gekocht, d.h. kochend heiß, sind. Vorgekochte Speisen müssen bei einer Temperatur von unter 10°C oder über 60°C aufbewahrt werden. Warmgehaltene Speisen stellen eines der größten Risiken für Lebensmittelinfektionen dar.

Eine weitere wichtige Infektionsquelle ist Speiseeis. Wer sich keine Gewißheit über die Reinheit des Trinkwassers verschaffen kann, sollte nur abgekochtes oder gechlortes und gefiltertes Wasser verwenden. Vorsicht auch bei Eiswürfeln.

Heißer Tee und Kaffee sind für gewöhnlich risikofreie Getränke, ebenso Bier und Wein. Spezielle Desinfektionstabletten für Leitungswasser oder die Verwendung von zusätzlichen Filteranlagen an Wasserhähnen können in Betracht gezogen werden, sofern eine zuverlässige Desinfektionswirkung erwiesen ist.

Auf Reisen ist generell der folgende Rat zu beachten: "Nichts essen, was man nicht kochen oder schälen kann."

Insbesondere in der ersten Jahreshälfte enthalten einige Fischarten und Schalentiere sogar in gut gegartem Zustand hitzestabile Giftstoffe. Hier hilft oft nur der Rat vor Ort.

Wenn man keine Möglichkeit hat, hygienisch einwandfreie Nahrungsmittel zu bekommen, läßt sich das Risiko u.U. mindern, indem man nur kleinere Mengen verzehrt: Die Magensäure hat eine gewisse Schutzwirkung (Personen mit Hypo- und Anazidität sind jedoch wegen der fehlenden Magensaftbarriere relativ mehr gefährdet für Magen-Darm-Erkrankungen).

Im übrigen könnte man auf Reisen auch einfach einmal eine Mahlzeit auslassen - vielfach kann ein geringer Gewichtsverlust nicht schaden, und es ist auf jeden Fall besser, freiwillig abzunehmen als infolge einer Krankheit.

Gegen Hepatitis A, eine Infektionskrankheit, die über Nahrungsmittel übertragen wird, gibt es seit 1992 eine aktive Schutzimpfung, die einen Schutz von ca. 10 Jahren gewährleistet. Gegen die ebenfalls über verunreinigte Lebensmittel übertragene Hepatitis E, die insbesondere für Schwangere eine große Gefahr darstellt, gibt es keinen Impfschutz.

Gegen Durchfall, - der bei weitem häufigsten Ursache von Gesundheitsstörungen auf Reisen -, der ganz verschiedene Gründe haben kann und in der Regel unspezifisch ist, gibt es keinen wirksamen Impfstoff. Um das Risiko einer Infektion zu mindern, sollte man auf Reisen unbedingt beim Essen und Trinken sehr vorsichtig sein.


Bei Durchfall ist es wichtig, viel Flüssigkeit zu sich zu nehmen, vorzugsweise eine spezielle und auch von Kindern akzeptierte salz- und glukosehaltige Lösung, wobei folgende Zusammensetzung empfohlen werden kann:

1l Orangensaft, 1 Teelöffel Kochsalz, 2 Eßlöffel Zucker, oder
1l schwarzer Tee, 1 Teelöffel Kochsalz, 2 Eßlöffel Zucker, Saft von 2 Orangen.

Hiervon wird in kleinen Schlucken viel getrunken.
Im Handel steht z.B. Elotrans oder Santalyt zur Verfügung.

Der enorme Wasser- und Salzverlust bei schweren Durchfällen bewirkt ansonsten ein Austrocknen des Körpers. Eine Austrocknung ist in jedem Alter gefährlich, vor allem aber für Kleinkinder und alte Menschen.

Medikamente gegen Durchfälle (Antidiarrhoika) können unerwünschte Nebenwirkungen haben, vor ihrer Anwendung sollte man fachkundigen Rat einholen. Durch Bakterien hervorgerufene Durchfälle sowie Magen-Darm-Parasiten erfordern eine spezielle Therapie.

Reisemedizinische Beratung

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