Neurologische Erkrankungen

Bei früher durchgemachten Enzephalitiden oder Meningitiden bestehen bei den heute üblichen Impfungen, einschließlich der Gelbfieberimpfung, keine Bedenken.

Auch eine gut eingestellte Epilepsie schließt Tropentauglichkeit nicht aus, jedoch ist zu bedenken, dass die Malariaprophylaxe mit Chloroquin oder Mefloquin gelegentlich neurologische Störungen auslösen können. Hierüber muss in ausreichendem Maße aufgeklärt und über Alternativen informiert werden.

Reisende mit Anfallsleiden müssen ihre Mitreisenden über ihre Erkrankung und Maßnahmen bei einem Anfall aufklären, ansonsten erfolgt in der Regel wegen der Hilflosigkeit der Mitreisenden bei einem Anfall die Einlieferung ins "nächstbeste" Krankenhaus. Dabei ist zu bedenken, dass sich aus einem Klinikaufenthalt unter schlechten hygienischen Verhältnissen durchaus eine weitere gesundheitliche Bedrohung ergeben kann.

Patienten mit Anfallsleiden sind durch Durchfälle doppelt gefährdet: Zum einen kann die durch den Anfall hervorgerufene Elektrolytverschiebung einen Anfall begünstigen, zum anderen ist die Aufnahme von zur Anfallsvorbeugung eingesetzten Medikamenten bei Durchfall verschlechtert.

Anfälle werden oft begünstigt durch Schlafmangel, Alkohol und Erschöpfungszustände. Dies sind Situationen, die durchaus in der Reisephase auftreten können. Entsprechend kommt der Vorbereitung der Reise große Wichtigkeit zu.

Auch kann das Zusammenspiel von Licht und Wellen am Strand möglicherweise einen ähnlichen Effekt wie z.B. Fernsehen mit schlechter Bildqualität hervorrufen und einen Anfall begünstigen.

Chloroquin und Mefloquin als Malariamittel sind in der Lage, bei entsprechender Vorerkrankung einen epileptischen Anfall zu produzieren. Hier müssen entweder Alternativen gesucht, oder ein Reiseziel ohne erhöhtes Malaria-Risiko gewählt werden.

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